Geschichten

Hallo, ich bin Thyrano.
Wenn Ihre schon lesen könnt, hier ein paar Geschichten rund ums Feuer.


Feueralarm 
Käpt’ n Blaubär und die Sirenen  
Die wilde Wilde Feuerwehr 

Feueralarm

An einem sonnigen Freitagnachmittag spielten Michelle, Martin und Daniel auf dem Spielplatz neben der Schule. Daniel kletterte zusammen mit Martin auf dem großen Klettergerüst, während Michelle im Sand eine große Burg baute. „Könnt Ihr mir nicht ein bisschen helfen?“ fragte Michelle, nachdem ihr schon zum fünften mal der Eimer mit dem Wasser umgekippt war. ,,Schaffst es mal wieder nicht alleine, typisch Mädchen!“ rief Daniel vom Klettergerüst herunter. „Na dann lass mal den Fachmann im Riesensandburgenbauen ran!“. Hämisch grinsend rutschten Martin und er an den Seilen hinab in den großen Sandkasten. „Was soll das denn sein,“ lachten die beiden, „das sieht nicht nach einer Burg aus, sondern nach einem Sandhaufen von der Baustelle an der Schule.“ „Macht es doch besser, Ihr Großmäuler.“ sagte Michelle und wurde ziemlich sauer. Die beiden waren für ihre große Klappe ja bekannt, aber diesmal waren sie ein bisschen zu weit gegangen. Beleidigt kletterte Michelle auf das Gerüst und stieg bis zur Spitze empor. ,,Wenn Du Angst bekommst holen wir dich herunter!“ rief Daniel und die beiden kugelten sich vor lachen im Sand. Dann machten sie sich ans Werk. Aus dem Bach wurde Wasser geholt und zusammen mit dem Sand zu einer richtigen Burgbaupampe gemanscht. Dann bauten sie zuerst die Burgmauern, danach zwei große Türme. Innerhalb der Mauer wurde noch ein Haus geformt.

,,Eins muss man ihnen lassen,“ dachte Michelle, „Burgen bauen können sie. Aber sagen werd' ich es ihnen nicht, sonst bilden sich die beiden sonst noch was ein. Es muss doch was geben, was ich besser kann.“. Michelle dachte nach, während Martin dabei war den Wassergraben zu füllen, den sie noch um die Burg herum angelegt hatten. Sie grübelte und grübelte und ahnte nicht, dass sich im Haus gegenüber etwas schlimmes anbahnte. Dort in der Wohnung im zweiten Stock war Frau Müller dabei die Hemden ihres Mannes zu bügeln. Während sie eifrig jede Falte im Stoff mit ihrem nagelneuen Hochleistungsdampfbügeleisen plättete, fiel ihr ein, dass sie im Keller das Licht hatte brennen lassen. Sie legte das Bügeleisen beiseite und verließ die Wohnung.
An der Haustür traf sie auf Frau Schneider aus der Wohnung über ihr und die beiden fingen gleich an, sich den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft zu erzählen. Sie redeten über die Nachbarskinder, die wie immer zu laut auf der Wiese hinter dem Haus tobten und über die Nachbarin aus dem Erdgeschoss die immer noch mit dem billigen Waschpulver und nicht mit dem neuen Strahlweiß aus der Werbung dem Schmutz zu Leibe rückte. Während sie sich also den Mund fransig sabbelten, fing das Hemd auf dem Bügelbrett in der Wohnung von Frau Müller plötzlich an zu brennen, da sie in der Eile vergessen hatte das Bügeleisen abzuschalten. Erst loderten die Flammen nur auf dem Brett aber in Sekundenschnelle griffen sie auf den Vorhang und den Sessel über. Dicker giftiger schwarzer Rauch drang durch jede Ritze und breitete sich schnell in der ganzen Wohnung aus. ,,Was flackert denn da?“ dachte Michelle, als sie die lodernden Flammen hinter den Fenstern entdeckte. ,,Um Himmels Willen Feuer, schoss es ihr durch den Kopf, Daniel, Martin im Nachbarhaus brennt es, rief sie aufgeregt den beiden vom Klettergerüst aus zu. ,, Du willst uns wohl veräppeln!“ rief Martin zurück. ,,Nein wirklich, da brennt es!“ erwiderte Michelle und kletterte in Windeseile herunter. Gemeinsam liefen sie zum Ort des Geschehens. ,,Frau Müller, Frau Müller Ihre Wohnung brennt!“ riefen sie den beiden Frauen zu, die immer noch in ihre Gespräche vertieft waren. ,,Ach du liebe Zeit, das Bügeleisen, das habe ich glatt vergessen.

Sie wollte gerade die Treppe herauflaufen, als Michelle sie festhielt. ,,Sie dürfen nicht nach oben, das ist viel zu gefährlich,“ sagte Michelle, „wir müssen die Feuerwehr anrufen!“. ,,Aber das Telefon ist doch in der Wohnung.“ stammelte Frau Müller ganz aufgeregt. „Wir müssen alle das Haus verlassen und dürfen nicht in die Wohnung zurück.“ sagte Martin in einem energischen Ton und drängte alle aus dem Hausflur.
Michelle lief derweilen zur Telefonzelle an der Ecke. Aufgeregt stürzte sie in die Zelle als sie bemerkte, daß sie gar kein Kleingeld bei sich hatte. Da fiel ihr ein, was sie bei der Brandschutzerziehung gelernt hatte. Die Nummer 112 kann man kostenlos wählen und ruhig soll man reden. Also atmete sie tief durch und drückte auf die Tasten des Telefons. 112 die Notrufnummer. Es tutete kurz im Hörer. „Feuerwehr Notruf.“ meldete sich eine Stimme am anderen Ende. ,, Hier brennt es, sagte Michelle, eine Wohnung brennt.“ „Ganz langsam,“ sagte der Feuerwehrmann mit dem Michelle sprach, „sonst kann ich nichts verstehen. Wie heißt Du denn?“ ,,Michelle,“ antwortete sie „Michelle König.“. ,,So Michelle, sag mal was passiert ist.“ ,,Es brennt eine Wohnung.“ Michelles Stimme wurde merklich ruhiger. ,,In welcher Straße ist das denn?“ wollte der Feuerwehrmann nun wissen. ,, In der Rausdorfer Strasse Nummer zehn.“ antwortete sie. ,, Sind noch Personen im Haus oder in der Wohnung, wo befindest Du dich denn?“ ,, Ich bin in der Telefonzelle an der Ecke und ob noch Leute im Haus sind weiß ich nicht,“ gab Michelle an. ,,Michelle, die Feuerwehr ist schon auf dem Weg, Du brauchst keine Angst zu haben,“ sagte der Feuerwehrmann freundlich, „bitte mach Dich bemerkbar, wenn Du sie siehst. Du kannst jetzt auflegen.“

Michelle legte den Hörer auf und lief zum Haus zurück. Dicke schwarze Rauchwolken drangen mittlerweile aus dem Fenster. Weinend stand Frau Müller auf dem Bürgersteig. Die Nachbarin und ein paar Passanten kümmerten sich um sie. ,,Kommt die Feuerwehr?“ fragte Martin und Michelle nickte. Nach kurzer Zeit traf die Feuerwehr mit zwei Löschfahrzeugen, der großen Leiter einem Rettungswagen und dem Notarzt ein. Die Feuerwehrleute sprangen aus den Autos und begannen sofort damit die Schläuche zu verlegen. Ein Feuerwehrmann kam auf Michelle zu. ,,Hast du uns angerufen?“ fragte er und sie nickte . „Das hast Du sehr gut gemacht,“ lobte er sie, „besser als mancher Erwachsene.“ Michelle wurde ganz rot. ,,Du bist wirklich zu beneiden, sagte Daniel, ich hätte bestimmt alles falsch gemacht.“ „Mädchen sind doch nicht so blöd.“ steuerte Martin bei und sie beschlossen, sich in Zukunft nicht mehr so überheblich zu benehmen. In der Zwischenzeit hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht. Auch Frau Müller hatte sich wieder beruhigt und bedankte sich ebenfalls bei Michelle, Daniel und Martin. ,,Wenn Ihr das Feuer nicht entdeckt hättet, wer weiß was noch passiert wäre. Vielleicht wäre das ganze Haus abgebrannt.

Wenn die Wohnung wieder renoviert ist, lade ich Euch und Eure Eltern zu Kakao und Kuchen ein.“ Nachdem die Feuerwehr ihre Schläuche und Geräte wieder eingepackt hatten, gingen die drei voller Stolz nach Hause und waren sich einig, dass die Brandschutzerziehung doch eine wichtige Sache ist


Käptí n Blaubär und die Sirenen

Käpt’ n Blaubär und die Sirenen

TATÜ! TATÜ! TATÜ! Ein Feuerwehrauto fährt mit heulender Sirene und eingeschaltetem Blaulicht über die Kreuzung. Sofort machen alle Platz und halten an. Selbst wenn ihre Ampel grün zeigt. Käpt´n Blaubär, Hein Blöd und die Bärchen wollen gerade einen Zebrastreifen überqueren.

"Stehen bleiben!" , kommandiert Käpt´n Blaubär und stoppt am Bordstein. "Aber Käpt´n, wundert sich Hein Blöd. "Das Männchen in der Ampel leuchtet grün. Wir dürfen gehen." Fahrzeuge mit Sirenen und Blaulicht haben immer Vorfahrt, Hein." Käpt´n Blaubär zieht Hein Blöd gerade noch am Kragen zurück.

"Dafür haben wir damals die Sirenen doch extra gefangen." "Ihr habt Sirenen gefangen?", staunt das rote Bärchen. "Ja", bestätigt Käpt´n Blaubär. "Das war ein verflixt anstrengender Job. Sirenen sind nämlich äußerst scheue Tierchen. Die leben auf einer kleinen Insel in der Südsee. Sirenen sind zwar klein, aber dafür oho. Die ließen sich einfach nicht einfangen. Sobald Gefahr drohte blinkten die mit ihren blauen Lampen, die sie auf ihren Köpfen trugen. Das Flackerlicht warnte die anderen Sirenen. Außerdem heulten sie bei Gefahr sofort los.

TATÜ! TATÜ! TATÜ! machten die, als sie Hein und mich sahen. Von morgens bis abends. Deshalb verstopften wir uns die Ohren mit Fischstäbchen. Kaum witterten die Sirenen die Fischstäbchen, da sausten sie von allen Seiten heran. Fischstäbchen sind nämlich das Lieblingsgericht der Sirenen. Hein Blöd und ich warfen die Fischstäbchen schnell in unseren Laderaum runter. Die Sirenen sind allesamt hinterher geflogen. Tscha, so machten wir den wichtigsten Fang in der Geschichte der Seefahrt."
"Und die Sirenen habt ihr dann alle verkauft", vermutet das gelbe Bärchen. "So ist es", bestätigt Käpt´n Blaubär. "Und die fahren jetzt immer in Feuerwehrautos, Krankenwagen und Polizeiautos mit", sagt das rote Bärchen. "Genau", antwortet Käpt´n Blaubär. "Oder habt ihr eine bessere Erklärung, wie die Sirenen in die Autos gekommen sind?" Nein, die Bärchen schüttelten Ihre Köpfe. “Na dann ist es ja gut” atmet Käpt’ n Blaubär erleichtert auf.

Wenn Feuerwehr, Krankenwagen oder Polizei im Einsatz sind, schalten sie Sirene und Blaulicht ein. Dann sind Menschen in Not. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen Platz machen.


Die wilde Wilde Feuerwehr

Die wilde Wilde Feuerwehr

“Jetzt”, sagt Rufus Rüssel, der Elefant, “sind wir eine richtige Feuerwehrtruppe.” “Und du bist unser Kommandant!” ruft Fred Ferkel. Was ist ein Kommandant ?”, blökt das Schaf Mac Wolle. “Das ist der Chef, der sagt uns, wo wir löschen müssen”, erklärt Willi, der schlaue Kater. Die ganze Truppe sitzt um den großen Stammtisch im Wirtshaus zum Wilden Nilpferd. Der dicke Nilpferdwirt hat allen Feuerwehrleuten nach ihrer Übung ein Glas Limo spendiert.
“Und wenn der Komma, Kommu, na Rüssel eben, auch nicht weiß, wo´s brennt ?”, fragt Mac Wolle. “Dann weiß er aber, wo es gerade was zu feiern gibt. Und auf Festen ist die Gefahr groß, dass es schnell mal brennt!” ´, ruft Fred Ferkel vorwitzig. “Außerdem ist Rüssel der Größte von uns allen und hat den längsten Rüssel.”
Und er kann am lautesten posaunen”, quakt Gundi Gans. “Ja”, maunzt Willi, “ Rüssel ist ein super Kommandant. Wenn wir mal den Feuerwehrschlauch vergessen haben, dann saugt er einfach eine Badewanne voll Wasser ein und löscht damit das Feuer.” “Klasse Idee”, findet auch Roland Raspel, der Igel.
Rüssel bekommt vor Freude ganz rote Ohren. “Dazu fällt mir doch glatt ein Reim ein”, verkündet er stolz. “Oh nein!”, schreien seine Freunde. Doch Rüssel legt schon los: “ Bei Feuer, Wasser, Blitz und Rauch rollen wir aus den langen Schlauch. Bei Feuer, Wasser, Blitz und mehr hilft dir die Wilde Feuerwehr!”


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